ROHSTOFFE, DOLLAR UND ZINSEN IN BEWEGUNG – HYPERINFLATION AM HORIZONT

Februar 5, 2018
von Egon von Greyerz
Original in Englisch vom Sonntag, 28 Januar, 2018

2018 fängt genau auf’s Stichwort an. Einige Zeit schon ist die Inflation am schwelen, aber erst seit kurzem sehen wir, was wirklich auf uns zukommen wird.

Wie könnte irgendjemand dieser Propaganda Glauben schenken, dass es keine Inflation gibt? Dies half natürlich den Manipulierern des Marktes. Aber diese Tricksereien der Zentralbanker werden nun entlarvt. Seit den frühen Achzigerjahren befand sich der Zinszyklus in einem starken Abwärtstrend. Als 2007 die Finanzkrise startete, gerieten Zentralbanker in Panik und die Zinsen wurden rund um den Globus noch schneller gesenkt.

Die kurzfristigen Zinsen fielen von 5% im Jahr 2007 auf Null im Jahr 2008 und blieben auf diesem Level bis Ende 2015. In vielen Ländern wurden die Zinsen auch in den Minusbereich gesenkt, wie zum Beispiel in Japan, in der Eurozone, in der Schweiz, in Schweden usw. Niedrige oder negative Zinsen trotzen jeglicher ökonomischer Prinzipien und verzerren das Gleichgewicht einer normalen Marktwirtschaft. Sie führen dazu, dass nicht gespart wird und ohne Ersparnisse können auch keine vernünftigen Investitionen getätigt werden. Stattdessen wurden Investitionen mit gedrucktem oder geliehenem Geld gemacht. Aufgrund der niedrigen Kosten von Geld wurden viele hochriskanten Projekte gestartet.

Niedrige oder negative Zinsen führen auch zu unverantwortlichen Defiziten bei den Staatsausgaben. Darum sind die Schulden von 120 Billionen Dollar im Jahr 2006 auf 240 Billionen Dollar heute angestiegen.

Die explosive Geldmengenausweitung wird auch zu einer Explosion bei der Inflation führen.

Normalerweise hätte diese Explosion in der Geldmenge bereits zu sehr hoher Inflation oder Hyperinflation geführt. Aber da von dem künstlich erschaffenen Geld praktisch garnichts in die normale Wirtschaft floss, zeigten die veröffentlichten Daten so gut wie keine Inflation. Natürlich weiss jeder, der Essen einkauft oder Rechnungen bezahlt, dass die offizielle Inflation eine reine Fiktion der Regierungen ist. Aber obwohl die offiziellen Zahlen nicht auf Inflation hindeuten, gab es eine Explosion in den Preisen für Vermögenswerte. Die Preise für Aktien, Anleihen und Immobilien stiegen alle stark an. Die amerikanischen Aktienmärkte zum Beispiel sind seit 2009 um Faktor vier angestiegen.

Diese Vermögensblasen kommen normalen Menschen nicht zu Gute. Sie verhindern wertvolle Investitionen in die Wirtschaft und helfen nur den obersten 1-5%. Dies ist ein sehr gefährlicher Trend, der letztlich zu sozialen Unruhen oder Revolution führen wird.

Aber wir haben jetzt einen Punkt erreicht, an dem die Explosion der Geldmenge einen signifikanten Einfluss auf die Wirtschaft haben wird. Die unvermeidbaren Konsequenzen dieses völlig unverantwortlichen Missmanagements der Wirtschaft, die ich bereits seit einiger Zeit vorhersagte, fangen nun an, sich auszuwirken.

ROHSTOFFE, ZINSEN UND DEN DOLLAR IM AUGE BEHALTEN

Die wichtigsten Bereiche, die es im Auge zu behalten gilt, sind der Anstieg der Preise in Rostoffen, die Zinsen, sowie der US Dollar. Diese drei Märkte signalisieren nun klar die kommende Inflation und die darauffolgende Hyperinflation.

Beginnen wir mit der Inflation: Die offiziellen Statistiken sind wie oben erwähnt nutzlos, da die Zahlen hoffnungslos manipuliert sind. Ein sehr guter Indikator für die Inflation sind aber Rohstoffe. Unten sehen Sie eine Grafik des GS Rohstoff Index im Verhältnis zum S&P Index seit 1971. Das Verhältnis ist auf einem absoluten Tiefststand, niedriger als 1971 und 1999. Dieser Zyklus beginnt nun zu drehen und das Verhältnis wird wahrscheinlich deutlich über die Hochs von 1974, 1990 und 2008 ansteigen. Das heisst, auf einen Wert von mindestens 10, was einer Verzehnfachung des heutigen Levels entsprechen würde.
Das bedeutet, dass Aktien im Vergleich zu Rohstoffen um 90% fallen werden. Da Edelmetalle der Hauptprofiteur dieses Rohstoff-Booms sein werden, werden Aktien gegenüber Gold und Silber mindestens um 95% fallen.

ROHSTOFFE VS. AKTIEN

Aktien teuer, Rohstoffe billig?

Das kurzfristige Rohstoff-Chart zeigt, dass der CRB-Index (Commodity Research Bureau Index) im Februar 2016 einen Boden gefunden hat und seither um 30% angestiegen ist. Seit Juni 2017 ist der CRB 20% höher und seit Dezember 2017 8%. Dies ist ein deutlicher Indikator, dass die Inflation nun schnell steigen wird.

Inflation beschleunigt sich

DER ZINSZYKLUS DREHT SICH

Der 35 Jahre dauernde Zinszyklus hatte seinen Boden 1945 und sein hoch 1981. Auf untenstehendem Chart sieht man, dass der Zins auf die 10-jährigen amerikanischen Staatsanleihen im Oktober 1981 eine Spitze bei 16% lagen. Der 35-jährige Zyklus hatte den nächsten Boden im Juli 2016 bei 1.35%.

Die Zinsen auf die 10-jährigen amerikanischen Staatsanleihen steigen nun schnell und sind von 2% letzten Sommer auf 2.65% angestiegen (Stand bei Erscheinung des englischen Original-Artikels am 28. Januar; zum Zeitpunkt der Übersetzung am 2. Februar waren sie bereits auf 2.84% angestiegen!). Die Zinsen werden nun schnell mit der Inflation ansteigen und in den nächsten Jahren werden wir wahrscheinlich sehen, wie die 10-jährigen über dem 1981-Hoch von 16% rentieren werden.

DER US DOLLAR FÄLLT RAPIDE

Ein weiteres schwaches Glied in der Weltwirtschaft ist der US Dollar. Viele der sogenannten Experten haben einen stärkeren Dollar für 2017 vorhergesagt – ausgelöst durch eine hohe Nachfrage, insbesondere in Verbindung mit der Repatriierung von Dollars in die USA durch amerikanische Firmen. Nur wenige haben verstanden, dass die Wirtschaft der USA bankrott ist und der Dollar nur durch Schulden und noch mehr Schulden gedeckt ist. Die Faktoren, die bisher den Dollar vor dem Absturz als Reservewährung noch geschützt haben waren ein starkes Militär und der Petrodollar. Dies wurde noch dadurch verstärkt, dass der Welt Finanzregulierungen wie z.B. FACTA aufgezwungen wurden, mit einer Umsetzung durch Strafen in Höhe von Hunderten von Millionen Dollars.

Alle diese Faktoren verschlechtern sich nun. Der Petrodollar wird durch den Yuan und den Rubel ersetzt, das US Militär wird schwächer. Während der Dollar an Wert verliert, wird sich die Vormachtstellung Amerikas schnell in Luft auflösen.

Der Dollar wird mindestens um 50% vom heutigen Level fallen

DIE SPUR DES ECHTEN GELDES

Die Wahrheit lässt sich nicht ewig unterdrücken. Seit der Finanzkrise von 2006/2009, haben es die Zentralbanken geschafft, der Welt vorzugaukeln, alles sei in bester Ordnung an der Westfront. Aber der Westen ist in einem finanziellen und moralischen Niedergang, der bald sichtbar werden wird. Jeder, der verstehen will, was wirklich passiert, muss einfach “DER SPUR DES ECHTEN GELDES FOLGEN”. Die untenstehende Grafik zeigt, wo das Geld hingeht. Es hilft nicht, dem westlichen Geld zu folgen, denn es baut letztlich auf Schulden oder Treibsand auf.

Stattdessen müssen wir der Spur des echten Geldes folgen und dieser Fluss fliesst ununterbrochen über die letzten 20 Jahre. Während der Osten seine Goldbestände von praktisch null in den späten 90er Jahren auf 35’000 Tonnen heute erhöht hat, leerte der Westen seine Tresore. Westliche Zentralbanken weigern sich, offizielle physische Audits ihres Goldes zu veröffentlichen. Insgesamt sollten westliche Banken 23’000 Tonnen Gold halten, die USA davon 8’000 Tonnen. Nach den massiven Goldtransfers in den Osten wäre es erstaunlich, wenn westliche Banken überhaupt noch 11’500 Tonnen halten würden, 50% der offiziellen Bestände.

Goldnachfrage der Seidenstrassenländer

Die Weltwirtschaft steht kurz vor dem Kollaps. Der Verlauf der Ereignisse ist relativ geradlinig: Erst Inflation, dann stark ansteigende Zinsen und ein fallender Dollar. Der Aktienmarkt könnte zunächst noch für ein paar Monate weiter nach oben gedrückt werden (“melt-up”). Aber früher oder später, werden massiv überbewertete Aktien crashen, wie auch die Weltwirtschaft. Regierungen werden dann das einzige Werkzeug benutzen, das sie zur Verfügung haben, nämlich Gelddrucken in einer Grössenordnung, wie es noch nie vorgekommen ist. Dies wird zu Hyperinflation führen und anschliessend zu einer Implosion des Finanzsystems.

Physisches Gold uns Silber werden die beste Form des Vermögenserhalts sein und wie eine Versicherung gegen das kommende Debakel funktionieren. Es muss aber ausserhalb des fragilen Bankensystems gehalten werden und ausserhalb der Gerichtsbarkeit des Investors.

Letztlich werden Gold und Silber Sphären erreichen, die heutzutage unvorstellbar sind.



Egon von Greyerz
Gründer und Managing Partner
Matterhorn Asset Management
Zürich, Schweiz
Telefon: +41 44 213 62 45

Matterhorn Asset Management lagert strategisch einen bedeutenden Teil ihres Vermögens in der Schweiz in physischem Gold und Silber ausserhalb des Bankensystems. Wir freuen uns, unserer hochgeachteten Kundschaft aus über 60 Ländern einen einzigartigen und hervorragenden Service zur Verfügung zu stellen.


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