UNORDNUNG WIRD KOMMEN – KONFUZIUS WARNT UNS

Wenn Blasen platzen, werden wir entdecken, wie wenige überlegene Menschen es tatsächlich gibt – „überlegen“ im Sinne von Konfuzius:

Auch wenn er sich in Sicherheit wähnt, vergisst der überlegene Mensch nicht, dass Gefahr kommen kann. Im Zustand der Sicherheit vergisst er nicht die Möglichkeit des Ruins. Wenn alles in Ordnung ist, vergisst er nicht, dass Unordnung kommen kann. Somit ist seine Person nicht gefährdet, und auch seine Staaten und seine Sippen bleiben erhalten.“Konfuzius

Überlegene Menschen kann es auf vielen Ebenen der Gesellschaft geben – nicht zwangsläufig in Bereichen, die mit Geld oder Investitionen in Verbindung stehen. Es wird viele Menschen geben, die gar kein Geld haben, die aber auf intellektueller oder psychologischer Ebene vorbereitet sind. Diese Menschen zählen womöglich zu den glücklichsten, denn viele reiche Menschen machen sich leider die ganze Zeit über Gedanken um ihr Geld, anstatt es zu genießen.

In diesem Artikel soll es in erster Linie um das Vorbereitetsein in Bezug auf das eigene Vermögen gehen.

PS: Aus gegebenem Anlass wartet am Ende des Artikels ein wichtiger Nachtrag.

VERMÖGENSERHALTUNG IM FOKUS

Investoren, mit denen wir in unserer Branche zusammenkommen, sind risikoaverse Menschen und daher sehr auf Vermögenssicherung bedacht. Diese Investoren kaufen physisches Gold, weil die exzessiven Marktrisiken ihnen Sorge bereiten. Sie möchten ihr Vermögen gegen nie dagewesene Finanz- und Währungsrisiken schützen und absichern. Physische Edelmetalle, die außerhalb des Bankensystems gehalten werden, sind für diese Investoren, wie auch für uns, die ultimative Form der Vermögenssicherung.

Anteilig an den gesamten globalen Finanzanlagen kommt Anlagegold aber nicht einmal auf 0,5 %. Das heißt also, dass nur ein winziger Prozentsatz von Investoren das eigene Vermögen mit Gold absichert. Das überrascht schon, wenn man bedenkt, dass Gold seit 5.000 Jahren das einzige Geld ist, das überlebt hat.

DIE INFLATION KOMMT

Natürlich haben auch andere Sachwerte, wie Land und Immobilien, ihren Wert im Verlauf der Zeit sehr gut halten können. Da wir starke Nahrungsmittelpreisinflation erwarten, wird Agrarland in den kommenden Jahren wahrscheinlich gut abschneiden. Wie in zahlreichen Artikeln der letzten Zeit hervorgehoben wurden, ist aktuell schon hohe Inflation bei Agrar- und anderen Rohstoffen zu verzeichnen (siehe Chart unten).

ANLEIHEERTRÄGE: KEIN ABBILD DER MASSIVEN RISIKEN

Privat- und Geschäftsimmobilien sind wieder etwas anderes. Die seit 1971 unablässig betriebene Kreditschöpfung hat die Immobilienpreise immer weiter steigen lassen. Die Tatsache, dass die Zentralbanken praktisch nichts für Geld verlangen hat den Kreditnehmern perfekten Auftrieb und Rückenwind beschert.

So kann man in der Schweiz z.B eine festverzinste Hypothek über 15 Jahre zu einem Zinssatz von 1 % bekommen. Das ist fast so, als würde man das Geld kostenlos rausgeben. Allerdings sind die niedrigen Zinsen kein Zeichen der Freigiebigkeit von Staaten und Zentralbanken. Sie sind viel mehr die Folge ihrer verschwenderischen Ausgabepolitik.

Angesichts permanenter Defizitfinanzierung müssen Regierungen die Neuschuldenaufnahme praktisch ohne größere Kosten finanzieren, ansonsten droht Schuldenausfall. Deswegen gibt es inzwischen negativ verzinste Staatsanleihen im Umfang von 18 Billionen $, und kein westlicher Kreditnehmer zahlt mehr als 2 % ungeachtet der Laufzeit.

Wie absurd die Zinssätze inzwischen sind, zeigt beispielsweise ein Vergleich der Zinssätze 30-jähriger Staatsanleihen Griechenlands und der USA. Griechenland emittierte gerade eine massiv überzeichnete 30-Jahre-Staatsanleihe zu 1,95 %. Zum Vergleich: Die 30-Jahre-Anleihe der USA rentiert mit 2,36 %. Beide Gläubiger sind quasi bankrott, allerdings ist es absurd, dass ein finanziell derart schwacher Staat wie Griechenland Geld zu einem niedrigeren Zins leihen kann als die USA.

Der Markt für Staatsanleihen ist also die größte Bubble von allen. Das wird sie allerdings nicht davon abhalten, noch weiter zu wachsen.

Nehmen wir die USA als Beispiel. Als Trump im November 2016 gewählt wurde, betrug die US-Verschuldung 20 Billionen $. Auf Grundlage meiner historischen Einschätzung prognostizierte ich, dass sie bis Januar 2021 auf 28 Bill. $ ansteigen würde und bis 2025 auf 40 Bill. $. Die meisten Marktbeobachter fanden diese Prognose absurd, doch leider hatten sie sich nicht mit der Geschichte auseinandergesetzt, die uns sagte, dass es so kommen würde.

US-STAATSVERSCHULDUNG IM JAHR 2025

Mit Blick auf den aktuellen Zustand der US-Wirtschaft sowie die Defizit- und Kreditwachstumsprognosen waren 40 Bill. $ für 2025 zu niedrig; die US-Verschuldung dürfte sich bis dahin auf 50 Bill. $ belaufen.

Man denke nur daran, dass die US-Staatsverschuldung bei Regierungsantritt Ronald Reagans unter einer Billion $ lag. Und 44 Jahre später – im Jahr 2025 wird sie, laut Prognose, 50 Billionen $ erreicht haben. Das entspricht einer verblüffenden durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 28 % für den Zeitraum 1981 bis 2025. Und jene 50 Bill. $ umfassen nicht einmal potentielle Ausfälle an Kredit- und Derivatemärkten, diese Zahl könnte also noch exponentiell ansteigen. Die Gesamtverschuldung der Vereinigten Staaten von Amerika von 84 Bill. $ kann niemals zurückgezahlt oder zu unmanipulierten Zinsniveaus bedient werden.

Wenn Blasen platzen, sind die potentiellen Dominoeffekte unberechenbar. Zusätzlich zu Schuldenausfällen in zweistelliger Billionenhöhe, könnten im Rahmen von (sehr wahrscheinlichen) Derivateausfällen weitere dreistellige Billionenbeträge und mehr hinzukommen.

Ich bin mir sicher, dass die Fed und andere Zentralbanken die Druckerpressen gerade schon hochfahren oder den Speicher ihrer Rechner aufrüsten, um den ganzen zusätzlichen Nullen Herr zu werden.

HYPERINFLATION IST EIN WÄHRUNGSEREIGNIS

Ein Reihe angesehener Marktbeobachter geht davon aus, dass wir keine hohe Inflation oder Hyperinflation erleben werden. Was sie in ihren Analysen jedoch ständig außen vor lassen, ist der Währungseffekt.

Ich habe wieder und wieder darauf aufmerksam gemacht, dass jedes! bisherige hyperinflationäre Ereignis aus einem Währungseinbruch herrührte. Es ist nicht die steigende Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen und auch nicht die Zinspolitik, die Hyperinflation bewirkt.

Nein, es sind vollkommene Misswirtschaft und die damit einhergehende Entwertung der Währung, die Hyperinflation entstehen lassen.

Man braucht sich nur die Tabelle unten anzuschauen. Alle wichtigen Währungen haben seit 2000 80 -86 % ihrer realen Kaufkraft (Gold) verloren, und 96 – 99 % seit 1971 als Nixon die Goldkonvertierbarkeit der US-Währung aussetzte.Und in einer hyperinflationären Wirtschaft wie Argentinien hat der Pesos 99,99 % seit 2000 verloren.

WENIGE SIND AUF UNORDNUNG, VERFALL ODER HYPERINFLATION VORBEREITET

Jeder glaubt, er werde nicht von Verfall und Untergang betroffen sein, darin sind sich normale Menschen und sogenannte Experten gleich. Sie befinden sich also nicht im konfuzianischen Zustand des „Vorbereitetseins“ hinsichtlich des kommenden Wirtschafts- und Währungskollaps.

An dieser Stelle möchte ich kurz auf eine hyperinflationäre Periode eingehen, die sich erst vor kurzem in Europa ereignet hatte. Letztes Jahr aß ich in Ticino (im italienischen Teil der Schweiz) mit meiner Frau und Freunden in einem kleinen Restaurant gemeinsam zu Abend. Schließlich kam der Besitzer auf mich zu und meinte, er kenne mich. Wie sich herausstellte, verfolgt er regelmäßig meine Beiträge und Interviews. Er erzählte uns, dass er in den 1990ern aus Jugoslawien geflohen sei. Er und seine Familien hätten einen großen Teil ihres Geldes in der Hyperinflation der Jahre 1992-94 verloren.

Im Januar 1994 hatte die jährliche Inflationsquote in Jugoslawien einen Stand von 116 Mrd. Prozent erreicht!

Unten ist eine jugoslawische Banknote über 500 Milliarden Dinar abgebildet.

Glücklicherweise besaß der Eigentümer des Restaurants auch ein paar Goldersparnisse, die ihm dann einen Neustart in der Schweiz erlaubten. Er riet unseren Freunden, nie Geld auf der Bank zu lassen und nur physisches Gold zu halten.

Dieser Mann aus Jugoslawien war also auf die „Möglichkeit des Ruins“, vor der Konfuzius warnt, vorbereitet gewesen; und er meinte, dass er nie wieder dem Bankensystem trauen werde.

MONUMENTALE ÜBERWERTUNG BEI AKTIEN

Meine Freunde, die mit mir im Restaurant waren, sind immer noch keine Goldeigentümer. Sie sind wie 99,5 % der Investoren, die glauben, dass Bäume – zusammen mit Aktien und Immobilien – tatsächlich in den Himmel wachsen können.

Mit Blick auf die Aktienmarktentwicklungen der vergangenen 40 Jahre war es für die meisten Investoren gar nicht möglich, keine Gewinne an den Aktienmärkten zu machen. Somit befinden sich die wenigsten im konfuzianischen Zustand des Vorbereitetseins und werden völlig überrumpelt, wenn der nächste große Crash beginnt.

Am Anfang wird man noch erwarten, dass wieder die Zentralbanken zur Rettung kommen. Wenn die V-förmige Erholung aber nicht kommt und der Markt einfach weiter fällt, werden die meisten Investoren die Talfahrt bis zum bitteren Ende mitmachen.

Und es würde mich überraschen, wenn die Märkte in den nächsten Jahren um weniger als 90 % fallen, wie damals zwischen 1929-32.

Der Buffett-Indikator – Marktkapitalisierung : BIP – sollte uns ein Warnsignal sein. Wie man im Diagramm unten sieht, haben Aktien derzeit Allzeithochbewertungen im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung erreicht.

Auch der Shiller-Cape-Index befindet sich auf einem historischen Hoch (nur übertroffen von der Dotcom-Bubble), er steht beim Doppelten der historischen Indexstände. Ja, überkaufte Positionen können weiter anwachsen, doch der darauf folgende Crash wird lang und brutal werden.

AKTIEN VERKAUFEN UND GOLD KAUFEN – EINE ZUKUNFTSTRÄCHTIGE ENTSCHEIDUNG

Zum Abschluss noch eine weitere Grafik, die uns an Konfuzius Warnung erinnert, dass „Gefahr, Unordnung und Verfall kommen kann“.

1999 erreichte das Dow:Gold-Verhältnis seinen Höchststand. Dann sank das Verhältnis bis 2011 von 44 auf 6 – oder um 87 %. Anschließend erlebten wir – dank der Fed sowie massiver Geldschöpfung und Kreditausweitung – eine 10-jährige Korrektur.

Die steigenden Kurse im Dow könnten morgen schon enden, oder wir könnten für eine begrenzte Zeit noch einen Melt-Up am Markt erleben. Wie dem auch sei – JETZT ist die Zeit für konfuzianisches Vorbereitetsein! Wir wissen, dass Aktien nach allen erdenklichen Maßstäben überbewertet sind. Die letzten paar Punkte dieses Anstiegs mitzunehmen, ist ein extrem gefährliches Unterfangen, das zum Ruin führen kann!

Jetzt ist die Zeit, die Gewinne aus dem Aktienmarkt mitzunehmen und die eigenen Anlagen vor der kompletten Auslöschung zu schützen.

Wie ich im Artikel von letzter Woche gezeigt hatte, ist Gold heutzutage – relativ zum Geldangebot – so günstig wie 1970 als es 35 $ kostete und auch so günstig wie im Jahr 2000, als Gold bei 290 $ stand.

Der Anstieg beim Gold und der Fall bei Aktien wird bedeuten, dass der Dow von den heutigen Ständen aus weitere 99 % fallen wird (siehe Chart oben) und die langfristige Trendlinie erreicht (nicht gezeigt).

Der Ausstieg am Aktienmarkt und physisches Goldeigentum wird also nicht nur eine zukunftsträchtige Entscheidung sein, man folgt damit auch einer 2.500 Jahre alten Weisheit, die Konfuzius uns heute noch lehrt.

NACHTRAG

Nachdem ich diesen Artikel verfasst hatte, verlor ein kleiner Hedgefonds 30 Mrd. $, weil haarsträubende Risiken am Derivatemarkt eingegangen wurden. Auch Banken wie Credit Suisse werden Milliarden verlieren. Ich hatte ununterbrochen vor solchen Risiken gewarnt. Die gesamte 1,5 Billiarden $ schwere Derivatezeitbombe steht auf dem Spiel. Mehr dazu im nächsten Artikel. Denken Sie an Konfuzius Warnung!

Egon von Greyerz
Founder and Managing Partner
Matterhorn Asset Management
Zurich, Switzerland
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